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   suche   steirischer herbst, 24. Oktober - 24. November 2002


steirischer herbst 2002
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Ruedi Häusermann

Ruedi Häusermann

1948 in Lenzburg in der Schweiz geboren und aufgewachsen, erfindet seit dreißig Jahren feinnervige musikalische und theatralische Projekte, in denen er präzise Alltagsbeobachtungen und die liebevolle Sicht auf die Handicaps des Lebens mit seinen experimentellen Klangwelten verknüpft.
Dabei gilt sein vornehmliches Interesse der Zusammenführung von unterschiedlichen Ausdrucksformen, sowohl von scheinbar unvereinbaren theatralischen Sprachen als auch von Künstlerpersönlichkeiten, die sich außerhalb seiner Projekte vielleicht nie begegnet wären.
Erste Theater– und Performanceproduktionen realisierte Häusermann mit dem Maler Giuseppe Reichmuth. Als Theatermusiker und Schauspieler wirkte er auch bei den ersten Produktionen Christoph Marthalers mit (u.a. im legendären "Murx" an der Berliner Volksbühne).
Seit 1992 inszeniert er regelmäßig am Theater Neumarkt in Zürich, an der Volksbühne in Berlin und am Theater Basel: u.a. "Baden Zusammen" (1993), "Weshalb Forellen in Rapperswil essen, wenn man im Appenzellerland Speck haben kann – Eine Wanderung mit Robert Walser" (1994), "Es ist gefährlich über alles nachzudenken, was einem gerade einfällt" (1995), "Rest Frohsinn" (1997).
Im selben Jahr inszenierte Häusermann auch erstmals in Wien: "Das ausgestopfte Reh" für die Wiener Festwochen im Schauspielhaus.
Es folgten u.a. "Früher war ich sehr ruhig, jetzt ist’s etwas besser" mit Texten von Peter Bichsel am Theater Basel (1999) sowie "Kanon für geschlossene Gesellschaft" an der Bayerischen Staatsoper München (2000). Das Schauspielhaus Zürich eröffnete die laufende Saison in der Schiffbauhalle im September 2001 mit Häusermanns Dreiteiler "Der Schritt ins Jenseits", "Long–Slow–Fade" und "Väter unser", das Theater Basel im Jänner 2002 mit der Opera Conserva "Trübe Quellenlage" das neue Schauspielhaus. Die Produktion "De Schattehof im Neumarktsäli" (Theater Neumarkt 1995) wurde zur Bonner Biennale, zu den Autorentheatertagen in Hannover und zum internationalen Kulturfestival in Ljubljana eingeladen.
Mit "Das Beste aus: Menschliches Versagen" (Theater Basel, 1998) gewann Ruedi Häusermann den Bayerischen Theaterpreis (in der Sparte "Andere Formen des Musiktheaters"), den höchstdotierten Theaterpreis des deutschen Sprachraums.
Immer wieder sind es für Häusermann kleine Dinge, die die Wurzel für große Geschichten bilden und am Ende philosophische Dimensionen annehmen. Die Verbindung von musikalischen Elementen mit einer visuellen und textlichen Ebene innerhalb einer Gesamtkomposition macht die Besonderheit dieses Künstlers aus, für den sich mittlerweile nicht nur die Theater, sondern auch die Opernhäuser interessieren.
Für Elfriede Jelinek, die die Arbeiten Häusermanns seit längerem verfolgt, geht mit der Regieverpflichtung des eigenwilligen Schweizers für die österreichische Erstaufführung ihres Stücks "Rosamunde", “Der Tod und das Mädchen III" (steirischer herbst 2002, Schauspielhaus Graz) ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Ihre literarische Paraphrase auf das 1823 im Theater an der Wien uraufgeführte gleichnamige Stück von Helmina von Chezy, zu dem Franz Schubert die Bühnenmusik geschrieben hat, wird Häusermann auch mit einer musikalischen Paraphrase auf Schuberts Streichquartett Nr. 13 a–moll fortspinnen.

Programme von Ruedi Häusermann im steirischen herbst 2002