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   suche   steirischer herbst, 24. Oktober - 24. November 2002


pressespiegel

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Orpheus singt nicht mehr
Die szenische Uraufführung von Beat Furrers Oper „Begehren“ in Graz entwirft Szenarien der Einsamkeit
Vor fünf Jahren, bei der Deutschen Erstaufführung von Beat Furrers Oper Narcissus in Bonn, sah man auf der Bühne überall nur die drei großen Buchstaben – ICH. Zu hohen Wänden waren sie aufgerichtet, strukturierten zersägt und verkantet den Raum, warfen lange Schlagschatten und fügten sich zu einem gespenstisch unbehausten Labyrinth. Ein ICH-Verlies, in dem die Menschen sich tastend bewegten wie Blinde in einer unbekannten Welt. Die Bühneninstallation (von Michael Simon) offenbarte damals auf anschauliche Weise, worum es in den Musiktheaterarbeiten des Schweizer Komponisten immerzu geht – um Probleme der Sprachfindung und Selbstwerdung, um Identitätsverlust und Einsamkeit des Individuums in der modernen Welt.
in: Die Zeit, 16.01.2003 

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Moralisch und ästhetisch gerüstet
Mit Uraufführungen von Henning Mankell und Beat Furrer startet Graz in sein Jahr als "Europäische Kulturhauptstadt"
Graz fliegt? Graz fliegt! Aber wohin fliegt die österreichische Stadt, die sich in diesem Jahr mit dem Titel "Europäische Kulturhauptstadt" schmücken darf und an diesem Wochenende mit großem Wirbel den opulent ausgestatteten Reigen der Veranstaltungen begonnen hat? Die Eröffnung fand im Grazer Opernhaus statt, und damit schmückten sich auch die Politiker, die Anwesenheit zeigten und sich kulturfreundlich gaben.
in: Die Tageszeitung, 14.01.2003 

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Orphiade zwischen Insektenbeinen
Die neue Kulturhauptstadt Graz stellt sich vor mit Beat Furrers Musiktheater "Begehren"
Wahrscheinlich ist die weltweite TV-Ausstrahlung des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker das wirksamste Aushängeschild des Kulturlandes Österreich. Und überaus geschickt daher, die Pause dieser Fernseh-Matinee zur bilderseligen Annonce der Kulturhauptstadt Graz 2003 zu nutzen. Freundliche und sogar illustre Würdigkeiten (etwa Schloss Eggenberg am westlichen Stadtrand) bietet die steirische Metropole am Rand des Balkans. Mit dem Steirischen Herbst beherbergt sie zudem eines der avanciertesten Festivals von Europa. Der veranstaltende "Herbst" beanspruchte jetzt ausnahmsweise auch noch einen Jahresanfang im Zeichen der Kulturhaupstadt-Aktivitäten. Die jahreszeitliche Verirrung honorierte der Winter grimmig mit einem horrenden Schneeeinbruch. Das machte die Fahrt (erst recht den Gang) zur peripher situierten Helmut-List-Halle mühsam.
in: Frankfurter Rundschau, 13.01.2003 

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Polareis
Mit der szenischen Uraufführung von Beat Furrers „Begehren“ wurde Graz 2003 mutig und erfolgreich eröffnet.
Da setzt Intendant Wolfgang Lorenz zur Eröffnung von Graz 2003 ausgerechnet Beat Furrers Oper „Begehren“ als Eröffnungspremiere an – ein sperriges Ding, mit dem sich nichts feiern lässt, schon gar nicht die feinen Damen und Herren im Parkett. Da stammelt Johann Leutgeb als Orpheus „Erwachen in den Tag so wie du“ ins Mikro – Ton- und Textkrümel, die sich nie werden nachpfeifen lassen. Kein süßes Arioso, kein gehauchtes „Addio!“, kein Füllhorn des Wohlklangs – geht denn das?
in: profil, 3/2003 

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Faszinosium Musiktheater
1989 schrieb Beat Furrer seine erste Oper "Die Blinden" im Auftrag der "Wiener Staatsoper". Zur Zeit arbeitet er bereits an seinem vierten Musiktheater, der Oper "fama", die im Sommer in Zürich zur Uraufführung kommen soll.

Frage: Nach den Musiktheatern "Die Blinden", "Narcissus" und "Begehren" arbeiten Sie wieder an einer neuen Oper. Haben Sie sich zu einem Opernkomponisten entwickelt?"

Furrer: Ich glaube, das es heute keine Opernkomponisten im Sinne des 19. Jahrhunderts mehr gibt. Aber ich bin sehr fasziniert vom Musiktheater. Ich denke, dass es da noch unheimlich viel zu entdecken gibt. Man sollte das Genre Oper nicht so eng betrachtet im Sinne einer abgeschlossenen historischen Episode, sondern als Zusammenspiel von Wort, Klang, Bewegung und den Körpern der Menschen auf Bühne - ja, wo man sogar sehen kann wie ein Klang produziert wird. Ich finde es wunderbar, so ein künstliches Gebilde wie die Musik von Realität erfüllt sein zu lassen. Dass da eine Offenheit zur Welt vorhanden ist. Dass es ein theatralisches Geschehen gibt, das etwas mit unserem Leben zu tun hat. Also, nichts hermetisch Abgeschlossenes. Ich kann es nicht ausstehen, wenn Oper zu einer Ansammlung von bildungsbürgerlichen Klischees verkommt

in: ORF ON, 13.01.2003 

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