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   suche   steirischer herbst, 24. Oktober - 24. November 2002


pressespiegel

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Macbeth - einmal nicht von Verdi
"Macbeth", Shakespeares blutrünstiges Königsdrama, hat nicht nur Verdi zu einer Oper inspiriert. Auch der zeitgenössische


"Macbeth", Shakespeares blutrünstiges Königsdrama, hat nicht nur Verdi zu einer Oper inspiriert. Auch der zeitgenössische italienische Komponist Salvatore Sciarrino hat sich mit dem Stoff beschäftigt. Heute erlebt seine Oper ihre österreichische Erstaufführung. Die Geschichte von Macbeth, dem ehrgeizigen Feldherrn, der - von seiner Frau angestiftet - skrupellos mordet, um König zu werden, ist bekannt. Allerdings erzählt sie Salvatore Sciarrino in seiner Oper nicht noch einmal, sondern nimmt nur einige wesentliche Szenen aus der Handlung heraus und setzt sie in Musik um. Der deutsche Regisseur Achim Freyer baut im Grazer Schauspielhaus einen pechschwarzen Tunnel auf die Bühne, der die Figuren förmlich in sich hineinsaugt. Die vielen Morde, die Macbeth begeht, sind nicht zu sehen; sie werden nur von blutroten Händen und riesigen Schwertern, die immer wieder auftauchen, symbolisiert. Die klagende Musik verstärkt die gespenstische Atmosphäre, in der sich die Figuren eckig und steif wie Puppen bewegen. Was Sciarrino damit zeigen will, ist, wie Machtgier die Menschen seelisch verkrüppelt und zu fremdgesteuerten Marionetten macht.

erschienen in:
ORF.ON, 7.11.2002   http://steiermark.orf.on