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   suche   steirischer herbst, 24. Oktober - 24. November 2002


pressespiegel

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Latente Utopien am Lost Highway


Ein Zeichen.
Die Nationalratswahl markiert das Ende des diesjährigen steirischen herbstes. Das war keine Absicht, ist Intendant Peter Oswald aber hochwillkommen. Er nimmt es als Symbol, dass sich der "herbst" immer auch mit der politischen Situation auseinandersetzt.
Reden und bauen
Die Eröffnungsrede hält am 24. Oktober im Schauspielhaus der Coop Himmelb(l)au-Architekt Wolf D. Prix. Gemeinsam mit Partner Helmut Swiczinsky ist er auch bei der von Zaha Hadid und Patrik Schumacher kuratierten großen Architektur-Ausstellung Latente Utopien, Untertitel: "Experimente der Gegenwartsarchitektur", im Landesmuseum Joanneum (Eröffnung: 25. Oktober) vertreten.
Die Ausstellung bezieht sich auf die große Dekonstruktivismus-Schau von 1988. Gezeigt werden u.a. Projekte von Asymptote, Greg Lynn, Zaha Hadid, NOX und den jungen österreichischen Gruppen propeller z und the next ENTERprise. Vor der Eröffnung der Ausstellung wird unter dem Titel "space condition" an der Technischen Universität Graz ein Internationales Architektursymposion abgehalten.
Theaterprogramm
Das Theaterprogramm startet am 26. Oktober mit der österreichischen Erstaufführung von Jelineks Prinzessinnendramen im Schauspielhaus. Mehr dazu in Der Tod und das Mädchen.
Außerdem gibt es ab 27. Oktober die Neufassung der vorjährigen Uraufführung von Josef Winklers "Tintentod" und die Uraufführungs-Produktion von Kathrin Rögglas "Fake Reports". Diese Koproduktion mit dem Volkstheater wird zuvor in Wien zu sehen sein.
Lost Highway als Oper Vier ambitionierte Projekte des modernen Musiktheaters wurden für 2002 und 2003 angekündigt.
Begonnen wird am 7. November 2002 mit "Macbeth" von Salvatore Sciarrino im Schauspielhaus (Regie und Bühne: Achim Freyer, Dirigent: Sylvain Cambreling).
Am 9. Jänner 2003 eröffnet die szenische Version des bereits konzertant beim herbst präsentierten Beat-Furrer-Werks "Begehren" die multifunktionale Helmut-List-Halle, die der herbst zehn Jahre lang betreiben und auch anderen Veranstaltern wie etwa der styriarte zur Verfügung stellen wird.
Dort werden am 4. Oktober 2003 das "Theater der Wiederholungen" von Bernhard Lang (eine Koproduktion mit der Ruhr-Triennale) und am 1. November 2003 "Lost Highway" von Olga Neuwirth (Regie: Falk Richter) zur Uraufführung gelangen. "Neuwirth hat sich die Rechte für einen der faszinierendsten Filme der Gegenwart gesichert und gemeinsam mit Elfriede Jelinek und David Lynch das Libretto erstellt", erzählte Oswald, der von der musikalischen Qualität aller vier Projekte in den höchsten Tönen zu schwärmen wusste.
Zahlreiche Ausstellungen und Projekte, darunter "Enactments of the Self", kuratiert von Maia Damianovic, oder das Balkankonsulat ergänzen das Programm.

erschienen in:
ORF.ON   http://kultur.orf.at/