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   suche   steirischer herbst, 24. Oktober - 24. November 2002


pressespiegel

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Protokolle der Unschärfe
Was und wo ist Musik? Das "Musikprotokoll" beginnt heute


Heute, Donnerstag, beginnt in Graz das Musikprotokoll 2002, das Avantgarde-Musikfestival innerhalb des "steirischen herbstes". Es erstreckt sich über dieses Wochendende bis einschließlich Sonntag und über das darauf folgende, vom 7. bis 9. November. In diesem Jahr gibt es einen zunächst physikalischen Überbegriff: "Die Unschärferelation". In der Quantenphysik bedeutet er, dass Ort und Impuls eines Teilchens nicht zugleich genau bestimmt werden können. Das Musikprotokoll 2002 stellt diesen Gedanken in Bezug zu Ort und (Aus-)Wirken von Künstlern. Die wichtigen Positionen im Programm des Musikprotokolls nehmen Künstlerinnen und Künstler aus Nachbarländern Österreichs ein, aus Ungarn, der Slowakei, Kroatien, dazu aus Polen und Bulgarien, "Musikszenen", so der Programmverantwortliche, ORF-Neue-Musik-Redakteur Christian Scheib, "die bemerkenswerter Weise auch während der letzten gut zehn Jahre Fremdkörper in unserer Wahrnehmung geblieben sind". Nicht präzise bestimmbar ist in der zeitgenössischen Musik auch, ob sich das Entstehen eines Werkes nun dem Komponieren oder dem Improvisieren verdankt. Hier hat Scheib Künstler eingeladen, die beides beherrschen und daher umso mehr "Unschärfe" in das musikalische Ereignis bringen. Musik von und mit John Butcher, Daniel Matej, Zsolt Söres, Kamil Antosiewics, Joe Williamson, Martin Brandlmayer (heute ab 18 Uhr 30) oder Werner Dafeldecker begibt sich in die Randbereiche des Musik-Daseins, in denen neue Erfahrungswerte beginnen. An "bekannten" Ensembles kommen das freiburger ensemble recherche nach Graz (1. 11.) und das Klangforum Wien. Schwerpunkt des folgenden Wochenendes ist eine freeimprovisatorische Variante des berühmten Cole Porter-Songbooks mit der Künstlerin Matta Wagnest und einer Combo in einem allgemein Jazzorientierteren Umfeld.

mo.

erschienen in:
Salzburger Nachrichten   http://www.salzburg.com