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   suche   steirischer herbst, 24. Oktober - 24. November 2002


steirischer herbst 2002
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Dilettanten
Ausstellung
Eröffnung   26. 10. 2002, 14.30 Uhr
Dauer   27. 10. - 24. 11. 2002
Di - So 14 - 18 Uhr, Do 14 - 20 Uhr 
Koproduktion    steirischer herbst mit Forum Stadtpark und FH Joanneum/Informations Design


Der Dilettant ist eine Figur, die im Laufe ihrer Geschichte oft Aufwertungen und Abwertungen unterworfen war: Dilettant bezeichnete zunächst den nicht beruflich geschulten Künstler im Gegensatz zum Künstler, der seine Kunst als Profession betreibt. Kunst ist hier ein aristokratisches Vergnügen und im 16. Jahrhundert ist die societa dei dilettanti eine Vereinigung von betuchten Kennern und Könnern, die den in Handwerkszünften organisierten Künstlern sowohl an Kenntnisreichtum als auch an sozialem Prestige überlegen sind. Mit der Trennung von Handwerk und Kunst und der Emanzipation des Künstlers von seinen feudalen Auftraggebern setzt auch die Diskriminierung des Dilettanten ein. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bezeichnet der Begriff nicht nur einen Nichtfachmann, sondern einen Stümper, der mehr will als er kann und als ihm zusteht. Dieser Beiklang von Anmaßung schwingt ab nun immer mit, wenn von Dilettanten die Rede ist. Die Anmaßung, die Maßlosigkeit des Dilettanten ist aber zugleich die Ursache für das Interesse, das ihm seit der Wende zum 20. Jahrhundert immer wieder entgegengebracht wird: Die Moderne, für die die permanente Kritik – auch ihrer eigenen Vorraussetzungen – eine programmatisch notwendige „Sollbruchstelle” ist, erkennt hier eine essentielle Funktion des Dilettantismus – es sind oft Dilettanten, die, unbelastet von den Zwängen professioneller Produktion, in der Kunst die Fragen nach ihren Grundlagen stellen und die dabei immer wieder von neuem beginnen, das Kodifizierte und Bewährte zu verlassen: Dilettantismus wird zu einer zentralen Kategorie der großen radikalen Bewegungen des 20. Jahrhunderts von Dada bis Punk. Der Dilettant ist aber nicht nur wegen seiner Rolle als Außenseiter interessant, der die Karten neu mischt, sondern auch wegen seiner Rolle als ein Übergangswesen zwischen Betrachter und Gestalter: Er kann als Prototyp einer ästhetischen Existenzform gelesen werden. Und er ist immer Gesinnungstäter, was ihn auch als moralische Figur interessant macht.

Die Ausstellung stellt drei KünstlerInnen aus drei Generationen vor, in deren Arbeit und Biographie Dilettantismus eine zentrale Rolle spielen:
Timm Ulrichs (D), Wolfgang Müller (D/IS), Monochrom (Johannes Grenzfurthner, Evelyn Fürlinger, Frank Apunkt Schneider, Harald Homolka List, Franky Ablinger, alle A).


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