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   suche   steirischer herbst, 24. Oktober - 24. November 2002


steirischer herbst 2002
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Latente Utopien
Experimente der Gegenwartsarchitektur
www.latentutopias.at
KuratorInnen     Zaha Hadid
und     Patrik Schumacher
Ort   Landesmuseum Joanneum
Eröffnung   25. 10. 2002, 19 Uhr
Dauer   26. 10. 2002 - 2. 3. 2003
Di - So 10 - 18 Uhr, Do 10 - 20 Uhr ( Do Abendöffnung nur während des steirischen herbst) 
Koproduktion    steirischer herbst und Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas


Jede Zeit braucht ihre Utopien. Eine Gesellschaft, die nicht länger über ihre Entwicklung nachdenkt, ist beunruhigend, ist monströs. Die utopische Spekulation wird heute jedoch sehr angezweifelt. In jüngster Zeit werden sogar der Begriff „Fortschritt” und der Ehrgeiz, eine Zukunft zu entwerfen, als unmöglich abgetan. Utopisches Denken wird mit Naivität und gefährlicher Anmaßung gleichgesetzt. Besonders die Geschichte der (gebauten und ungebauten) Architektur der Moderne wird ausdrücklich schlecht gemacht und als Symbol für die Hohlheit und den Misserfolg utopischer Ansprüche angeführt. Doch nach 50 Jahren durchschlagenden Erfolgs und weltweiter Rezeption können die (utopischen) Vorstellungen und Prinzipien kaum als „Irrtum” bezeichnet werden, auch wenn die sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen der letzten zwei Jahrzehnte bedeuten, dass sich die gesellschaftlichen Wünsche und Erfordernisse an die Architektur der Stadt der Gegenwart in radikale Antithesen zu den Utopien der Moderne verwandelt haben. Welches sind aber diese neuen Bedürfnisse, Anforderungen und Fragen, die die Gesellschaft der Gegenwart an die Architektur und den Städtebau stellt? Gibt es ProtagonistInnen, die mit ihrer kreativen Praxis auf diese Herausforderung reagieren? Die Antworten könnten in den verschiedenen formalen Experimenten liegen, die es heute überall gibt. Denn auf Grund der Unvorhersagbarkeit neu auftauchender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Muster ist eine einfache und direkte Zielorientierung in Planung und Entwurf unmöglich geworden. Was bleibt, ist eine (mehr oder weniger) zufällige Produktion „neuer” oder „anderer” Projekte, die jedoch nicht den Anspruch erheben, messbare Verbesserungen zu liefern. Eine Phase reinen Wandels beginnt, wobei die Selektion und Reproduktion des neuen Materials über die Kapazität des einzelnen Architekten/der einzelnen Architektin hinaus auf einen Prozess kollektiver Aneignung verweist. Das Experiment bleibt jedoch nicht notwendigerweise auf den Entwurfsprozess beschränkt, sondern kann auch auf das Bauen übergreifen. Denn warum sollte ein neuartiger Bau nicht auch eine außergewöhnliche, neue Funktion anziehen? Solch eine spekulative Investition könnte durchaus als ein Prozess aktiven Eingreifens akzeptiert werden. Was noch vielen wie bunt zusammengewürfelte, unzusammenhängende Versuche erscheinen mag, wird sich möglicherweise schon bald als ernstzunehmende Entwicklung erweisen. Dieser Logik verpflichtet, erheben auch die in der Ausstellung präsentierten Architekturprojekte nicht den Anspruch, utopische Projekte im Sinne ausgefeilter Vorschläge für ein besseres Leben zu sein. Sie stellen Fragen und verweigern vertraute Antworten. Sie sind Mutationen mit unbestimmtem Ausgang, die, wenn alles gut geht, als Katalysatoren für die Mitentwicklung neuer Lebensprozesse fungieren können.

ArchitektInnen
AA-DRL (GB), Angélil/Graham/Pfenninger/Scholl Architecture (CH), ASYMPTOTE (USA), branson coates architects (GB), COOP Himmelb(l)au (A), dECOi (F), Foreign Office Architects (GB), Greg Lynn FORM (USA), Zaha Hadid Architects (GB), Kolatan/Mac Donald (USA), Ross Lovegrove (GB), MVRDV (NL), NOX (NL), ocean D (GB), OCEAN NORTH (FIN), Pichler & Traupmann (A), propeller z (A), Karim Rashid (USA), Reiser+Umemoto (USA), Sadar Vuga Arhitekti/The Designers Republic (SLO), servo (S/CH/USA), Softroom (GB), Andreas Thaler (A), the next ENTERprise (A), UN Studio (NL), veech.media.architecture. (A)

Eintritt: 7 €, ermäßigt 4,50 €


Subprojekte
Latente Utopien - Finale und Versteigerung

 
Partner:
Graz Tourismus   |  Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas   |  bene   |  Industriellenvereinigung Steiermark   |  Estag   |  The British Council   |  Ankünder   |