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   suche   steirischer herbst, 24. Oktober - 24. November 2002


steirischer herbst 2002
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musikprotokoll 2002
die unschärferelation
kultur.orf.at/musikprotokoll
Programm     Christian Scheib
Termin   31. 10. - 9. 11. 2002
 
Koproduktion    steirischer herbst und ORF Landesstudio Steiermark / musikprotokoll


Fluktuierende Standpunkte zu unscharfen Relationen: Aus kulturpolitischen Gründen – wobei hier nicht Kulturpolitik im heutigen Wortsinn, sondern Kultur als Instrumentarium für und gegen (offizielle) Politik gemeint ist – verstand sich das musikprotokoll im steirischen herbst in seinen Gründungsjahren auch als Plattform für Musik aus den angrenzenden östlichen und südlichen Ländern. Im Lichte dieser Tradition ist das Programm des heurigen musikprotokoll kultur-politisch wie selten zuvor: MusikerInnen aus Kroatien und Ungarn, aus der Slowakei, aus Bulgarien und Polen – Musikszenen, die bemerkenswerterweise auch während der letzten gut zehn Jahre Fremdkörper in unserer Wahrnehmung geblieben sind – nehmen wichtige Positionen im heurigen Programm ein. Musikalische Erkundungsreisen im Rahmen des Österreich 1 Schwerpunktes nebenan legten die Basis, die Präsenz dieser MusikerInnen und KomponistInnen im heurigen musikprotokoll-Programm markiert eine Art Zwischenbilanz, die von der musikprotokoll-Publikation mit Portraittexten zu den aktuellen Musikszenen dieser Länder unterstützt wird. „Im Osten – Neue Musik Territorien in Europa. Reportagen aus Ländern im Umbruch” lautet der deutschsprachige Titel der zweisprachigen Publikation und auch im Englischen bezieht sich „neu“ sowohl auf die Musik als auch auf das Territorium: „In the East – New Music Territories in Europe. Reports from Changing Countries“. Fluktuierende Standpunkte auch aus anderer Perspektive: das Begriffspaar Improvisieren versus Komponieren ist seit langem als unzureichend identifiziert. Die Begriffe Filter, Struktur und Speicher als Analogien zu Material, Form und Notation erscheinen zielführender und weniger vorbelastet: Musik von und mit John Butcher, Daniel Matej, Zsolt Söres, Kamil Antosiewics, Joe Williamson, Martin Brandlmayr und anderen, sowie exemplarisch Zusammenarbeit von Werner Dafeldecker, Christian Fennesz, Burkhard Stangl und Martin Siewert mit dem Filmemacher Gustav Deutsch, als Kooperation mit der Diagonale eine Fortsetzung des Projekts Film ist. Neue Musik für brilliantes Ensemblespiel präsentieren Klangforum Wien und ensemble recherche (Gander, Staud, Neuwirth; Pauset, Rajewa, Yossifov), neue Musik für eine rabiate Punk-Bigband spielt Ex Orkest. Transfert ist das italienische Wort für die Übertragung im Sinne der Psychoanalyse: Zur enigmatischen, Differenz produzierenden Kraft der (auch medientechnischen) Übertragung entwirft Roberto Paci Dalo‘ eine Versuchsanordung zwischen Graz, Rom und Wien in Kooperation mit dem ORF-Kunstradio und Wien Modern. Zwei Sonderprojekte zu Unschärferelationen: Klingende Apparaturen zu den Grundlagen der Physik entwickelte der Künstler Peter Brandlmayr für eine Serie von Experimenten und Vorträgen: Die Unschärferelation – Die Zeit – Die Bewegung – Die Gravitation. Und als eine Art Encore schlüpft am zweiten Wochenende die Künstlerin Matta Wagnest in die Rolle der divahaften Songinterpretin, vier Galionsfiguren der europäischen free improvisation übernehmen die Rolle der begleitenden Jazzcombo. Die vipers im thienfeld-Bar übernimmt die Rolle des Plüsch-Nachtclubs. Es gibt in der Präzision der Unschärferelation also doch ein wahres Leben im Falschen; oder: Cole Porter-Songs in der Rolle des Eigentlichen im Uneigentlichen. Drei nächtliche Einlagen mit Matta Wagnest – vocal, Steve Beresford – piano, Axel Dörner – trumpet, John Edwards – bass und Mark Sanders – drums.
Christian Scheib

Karten:
Festivalpass                               90 €, ermäßigt 60 €
Tagespass 31. 10. und 2. 11.     35 €, ermäßigt 30 €
Tagespass 1.11.                         30 €, ermäßigt 25 €

Programm

Credits