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   suche   steirischer herbst, 24. Oktober - 24. November 2002


steirischer herbst 2002
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Programm

Fr. 1. 11. 2002

19 Uhr
Zum Auftakt des Literaturprogramms wird der Erzähler und Essayist Thomas Hettche, 1964 in Gießen geboren, mit einer Lesung aus seinem Roman Der Fall Arbogast in die Geschichte der Nachkriegszeit eintauchen und anhand eines spannenden Kriminalfalls und authentischen Justizskandals nach Schuld und Wahrhaftigkeit fragen.

Sa. 2. 11. 2002

15 Uhr
Joshua Sobol
, der bekannteste Dramatiker Israels (Weiningers Nacht), lässt in seinem ersten Roman Schweigen, den er mit dem Schauspieler Paulus Manker vorstellt, einen namenlosen Erzähler auf sein Leben zurückblicken. Achtzig Jahre hatte dieser geschwiegen. Ob er stumm ist oder traumatisiert, bleibt offen. In jedem Fall bricht in seiner Erinnerung der Schrecken der Shoah durch, und die Frage nach der unabänderlichen Wiederholung der Geschichte steht drängend im Raum.

20 Uhr
Raoul Schrott, 1964 in Tirol geboren und heute in Irland lebend, gibt Kostproben aus seinem umfangreichen Werk. Schrott gilt „als poetischer Archäologe, der sich intensiv mit den Grundlagen und Aus-for-mungen der Poesie, mit den kleinen und an den Rand gedrängten Sprachen befasst hat. Mit seinen Übertragungen (zuletzt das Epos „Gilgamesh“) und seinen poetischen Engführungen von Kunst und Wissenschaft in Gedichten und Prosaarbeiten hat sich Schrott schnell einen Namen gemacht.

So. 3. 11. 2002

11 Uhr
In dieser sonntäglichen Matinee wird Ingo Schulze, der 1998 mit seinen Simplen Storys aus der thüringischen Provinz Furore machte und für eine Renaissance literarischer „short cuts“ sorgte, Einblicke in sein neuestes Romanprojekt gewähren. Dabei handelt es sich um einen Briefroman auf der Rückseite verworfener Manuskripte. Diese Briefe wurden Anfang 1990 geschrieben, reichen aber in ihrem Inhalt weit in die DDR zurück.

15 Uhr
Monika Maron
stellt ihren jüngsten Roman Endmoränen vor. Die 1941 in Berlin geborene und 1988 vom Ostteil der Stadt in den Westen gewechselte Autorin zählt zu den profiliertesten Stimmen der zeitgenössischen Literatur deutscher Sprache. Seit ihrem ersten Roman Flugasche (1981) bis hin zu Animal triste (1996) und Pawels Briefe (1999) entstanden intensive Dokumente eigener Selbstvergewisserung im Kontext deutsch-deutscher Befindlichkeiten.

Fr. 8. 11. 2002

20 Uhr
Seit Georg Klein mit Libidissi (1998) debütierte, ist ihm der Beifall all derer sicher, die der Schwemme der Adoleszenz-Literatur dieser Tage überdrüssig sind. Kleins Prosa ist höchst artifiziell, bemüht sich um eine elaborierte Sprache, spielt mit literarischen Vorbildern und zelebriert eine Ästhetik des Mysteriösen und Abgründigen. In Graz wird er seinen neuen Band Von den Deutschen präsentieren.

Sa. 9. 11. 2002

19 Uhr
In der Nacht der Literatur kommen sieben jüngere Autorinnen und Autoren zu Wort, die in den letzten Jahren erstmals Aufmerksamkeit auf sich zogen. Antje R. Strubel wird aus ihrer neuen Erzählung Fremd gehen lesen, Annette Pehnt stellt ihr hochgelobtes Erzähldebut Ich muss los vor. In den Romanen von Norbert Niemann (Schule der Gewalt) und Marc Höpfner (Pumpgun) geht es um die Verortung von Aggressivität in unserer Gesellschaft. In ihrem Erzählband Niemandsland erzählt Sonja Rudorf von aussichtslosen Begegnungen und isolierten Gefühlen, German Amok von Feridun Zaimoglu ist eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte im Künstlermilieu, die „innere und äußere Höllen, ideelle und sexuelle Perversionen“ offenbart, und Jochen Schmidt, fester Bestandteil der Berliner „Chaussee der Enthusiasten“, stellt seinen zweiten Roman Müller haut uns raus vor.